Widerspruchsregelung oder Zustimmungsregelung? Diese Frage bewegt nicht nur die Bun­destagsabgeordneten, wenn es um die Organspende geht. Sie hat auch vielen Menschen in den Gemeindebriefredaktionen den Schweiß auf die Stirn getrieben, seit vor gut einem Jahr die Datenschutzgrundverordnung der EU in Kraft getreten ist: Dürfen wir eigentlich weiterhin die Namen von Alters- und Ehejubilaren, von neu getauften Kindern, von frisch getrauten Braut­paaren, von Konfirmandinnen und Konfirmanden, von Verstorbenen, die wir bestattet haben, veröffentlichen? Brauchen wir dazu die ausdrückliche Zustimmung der Jubilarinnen und Ju­bilare, der Eltern, der Angehörigen? Oder genügt es, wenn sie nicht widersprechen?

Nachdem wir etwa ein Jahr lang im „Blindflug“ mit diesen Fragen unterwegs waren, hat die Landeskirche jetzt Klarheit geschaffen und eigene neue Datenschutzbestimmungen erlassen. Sie besagen: Namen sowie Datum, bei Geburtstagen und Sterbefällen auch das Alter dürfen im Gemeindebrief veröffentlicht werden, solange die „Betroffenen“ nicht widersprechen. Für die Veröffentlichung der Anschriften ist dagegen eine ausdrückliche schriftliche Zustimmung erforderlich. Wir sind der Meinung, dass es in den meisten Fällen zu aufwendig wäre, diese Zustimmung einzuholen.

Für den „Wegweiser“ bedeutet das: In den Artikeln über Alters- und Ehejubiläen, auf den Seiten „Hohe Geburtstage“ sowie „Freud und Leid“ erfahren Sie weiterhin: Wer kann an wel­chem Tag welchen Geburtstag oder welches Ehejubiläum feiern? Wer ist an welchem Tag getauft oder getraut worden? Wer ist in welchem Alter verstorben und wann beigesetzt wor­den? Nur die Anschriften stehen ab dieser Ausgabe nicht mehr dabei. Viele werden das be­dauern – aber noch einmal: Für die Veröffentlichung der Anschriften müssten wir in jedem einzelnen Fall eine schriftliche Zustimmung einholen.

Einen „Sonderfall“ stellen die Konfirmandinnen und Konfirmanden dar. Sie werden von ihren Eltern ohnehin schriftlich zur Konfizeit angemeldet. Bei dieser Gelegenheit können wir gleich die Zustimmung einholen, vor der Konfirmation nicht nur die Namen zu veröffentlichen, son­dern auch die Anschriften.

Bei Abkündigungen im Gottesdienst verfahren wir ab dem August 2019 ebenso.

Alles, was Sie bisher auf dieser Seite gelesen haben, gilt übrigens ausschließlich für die ge­druckte Version des „Wegweisers“. Im Internet veröffentlichen wir persönliche Daten schon länger nicht mehr.

Und noch einmal: Auch gedruckt veröffentlichen wir Namen und Daten selbstverständlich nicht, wenn die „Betroffenen“, ihre Eltern oder Angehörigen der Veröffentlichung widerspre­chen.