Wann kann ich mal wieder im Meer schwimmen?
Die Wellen tragen mich, die Sonne wärmt auch im Wasser meine Haut, kein Chlorgeruch, sondern Salzgeschmack, viel Platz und eine Naturkulisse. Ich liebe es, im Meer zu schwimmen, vom Wasser umgeben zu sein – na, richtiger muss ich wohl „baden“ sagen.
Wann und wie kann ich Gott erfahren? Oft scheint Gott doch weit weg zu sein, besonders dann, wenn wir etwas sehr Trauriges  erleben oder eben nur mit uns selbst beschäftigt sind. In der Apostelgeschichte lesen wir, dass der Apostel Paulus sagt: „Gott ist nicht fern von einem jeden von uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ (Apg. 17.28)

Sanft von Gott umhüllt zu sein, geborgen und frei – eine schöne, passende Vorstellung. Aber nicht jeder kann das so empfinden und glauben. Manch einem mag es wie die Fische in folgender Geschichte ergehen:

Die Fische eines Flusses sprachen miteinander: „Man behauptet, dass unser Leben vom Wasser abhängt. Aber wir haben noch niemals Wasser gesehen. Wir wissen nicht, was Wasser ist.“
Da sagten einige, die klüger waren als die anderen: „Wir haben gehört, dass im Meer ein gelehrter Fisch lebt, der alle Dinge kennt. Wir wollen zu ihm gehen und ihn bitten, uns das Wasser zu zeigen.“ So machten sich einige auf und erreichten das Meer.
Sie fragten den großen gelehrten Fisch. Als der Fisch sie angehört hatte, sagte er: „Ihr dummen Fische! Im Wasser lebt und bewegt ihr euch. Ihr lebt im Wasser und wisst es
nicht.“
Nun – dumm sind die Fische wohl nicht, ebenso wenig wie die Menschen, die nicht an Gott glauben können. Doch wie oft nehmen wir das, was uns alltäglich umgibt, als so selbstverständlich hin, dass wir es gar nicht mehr sehen? Luft, die ich zum Atmen brauche, fällt mir erst auf, wenn sie stinkt oder knapp wird. Meerwasser ist für mich etwas Besonderes.
In der Geschichte leben die Fische im Wasser, ohne dass es ihnen bewusst ist. Oft habe ich den Eindruck: Wir, die wir durch die Taufe mit Jesus Christus verbunden sind, leben in Gott, im Meer seiner Liebe, doch es ist uns nicht mehr bewusst. So tauchen die Fragen auf: Wo ist Gott? Was hat Gott mit meinem Leben zu tun?
Gut, wenn uns diese Fragen zu einem neuen Blick auf unser Leben führen und wir entdecken: „In Gott leben wir, bewegen wir uns und sind wir.“
Wann ich in dieser Corona-Zeit mal wieder im Meer schwimmen kann, weiß ich nicht. Doch ich weiß, wie großartig es sich anfühlt.
Wann ich Trauriges oder Schönes erleben werde, weiß ich nicht, aber ich weiß, wie großartig Gottes Liebe ist, die selbst den Tod überwindet.
Gesegnete, sonnige Tage mit erfrischendem Wasser
wünscht Ihnen und Euch