Der Schutz der Bienen ist zur Zeit in aller Munde – gut so! Wir brauchen sie dringend. Wenn wir gesundes Obst essen wollen, brauchen wir Insekten, um Blüten zu bestäuben. Ein Alptraum ist für mich die im Buch „Die Geschichte der Bienen“ beschriebene Vorstellung, dass Menschen per Hand die Blüten bestäuben müssen, weil es keine Bienen mehr gibt. Darüber hinaus produzieren Bienen wunderbar süßen Honig. In der Bibel wird der Honig zum Bild für die Süße des Lebens, für das, was das Miteinander süß – also: liebenswert – und heilsam für die Seele macht.

Monatsspruch für Juni 2019
„Freundliche Worte sind Honigseim,
süß für die Seele und heilsam für die Glieder.“
Sprüche 16,24

„Honigseim“ – das Wort kannte ich gar nicht. Damit ist „ungeläuterter Honig, wie er aus den Waben abfließt“ gemeint.
Das Wort klingt gut; es klingt nach milder, origineller Süße – ohne künstliche Zutaten – schlicht und echt. Schließen Sie doch einmal die Augen und schmecken Sie den Worten nach: ein sonniger Morgen – frische Brötchen mit Butter und Honig, dazu duftender Kaffee oder goldgelber Tee…. genießen, entspannen …. wie Honigseim – so können also freundliche Worte wirken…. Wie schön, wenn sie echt sind. Wie schön, wenn sie ehrlich sind. Sonst wirken freundliche Worte nur als Phrasen und dann gilt: „Lasst uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat und Wahrheit.“ 1.Joh 3,18. Doch echte, liebevolle Worte geben unserm Leben eine wunderbare Süße. Leider erleben wir oft das Gegenteil – z.B. so: Eine Frau geht zum Klassentreffen. Erst sehr, sehr spät kommt sie nach Hause. Ihr Mann wundert sich. „Eigentlich wolltest du doch nicht so lange bleiben.“ „Ach weißt du“, antwortet sie, „jedes mal, wenn eine gegangen ist, wurde so viel Schlechtes über sie erzählt, da bin ich lieber bis zum Schluss geblieben.“
Doch es geht auch anders. Bei unserem letzten  Kirchenvorstandstreffen in Loccum bekamen wir die Aufgabe, uns wie bei einem „Speed dating“ gegenüber hinzusetzen und dann für das Gegenüber aufzuschreiben, was wir an ihm / an ihr schätzen. Kurz, spontan und ehrlich sollte es sein. Dann gings weiter zum nächsten. Am Ende hatte jede/r eine schöne spannende Liste mit „freundlichen“ Worten. Das tat gut und richtete unser Denken über den anderen auf dessen positiven Eigenschaften.
Worte können bedeutungslos sein und in Worten kann viel Kraft stecken. In der ersten Schöpfungsgeschichte der Bibel wird erzählt, wie Gott mit Worten diese Welt schafft und belebt. Und nach jedem Schöpfungsakt stellt er fest: „Siehe, es war gut.“ Freundliche Worte zu Beginn des Lebens. Wir brauchen sie; wir können uns an sie erinnern … besonders in Zeiten, in denen wir denken: Es ist doch alles so besch… eiden.
Von Jesus wird erzählt, wie er mit Worten heilen konnte. Ein fremder Hauptmann, der um Heilung für seinen gelähmten, leidenden Knecht bittet, hat so viel Vertrauen zu Jesus, dass er sagen kann: „Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.“ Mt 8,8.
Auch wenn wir unseren Worten so viel Heilkraft nicht zutrauen, so erleben wir, wie ehrliche, freundliche Worte uns gute Laune machen, wie freundliche Worte ein Lächeln ins Gesicht zaubern können, uns froh machen und die Bauchschmerzen vertreiben. Denn Gott hat uns Sprache geschenkt, damit wir uns gut verstehen. „Freundliche Worte sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.“