„Jetzt kommt wieder die dunkle Jahreszeit. Da geht es mir gar nicht gut. Am schlimmsten ist der November. Im Dezember wird es schon etwas besser. Da ist die Adventszeit – da leuchten mehr Lichter.“ – erzählt mir eine Frau. So scheint es mehreren Menschen zu gehen. Dunkelheit wird oft mit traurigen, mit düsteren Zeiten verbunden. Auch wenn ich mich über einen hellen, sonnigen Tag freue, so empfinde ich bislang dunkle Tage nicht als düster und stimmungsdrückend. Eher fällt es mir dann leichter, im Haus etwas „abzuarbeiten“. Solange sich dunkle Tage nicht aneinanderreihen, sondern immer wieder von hellen Zeiten durchbrochen werden, ist es für mich in Ordnung. Doch was ist, wenn ich das Gefühl habe, im Dunkeln zu leben und kein Licht mehr erkennen kann?
Der Prophet Jesaja greift dieses Gefühl auf: „Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet….“ Er hat dabei das Volk Israel vor Augen, das in der babylonischen Gefangenschaft lebt und viel Leid ertragen muss. In dieser dunklen Zeit versucht er, den Blick des Volkes zu wenden. Er beschränkt sich nicht darauf zu sagen: „Ach, ihr Armen, ihr habt es jetzt schwer“, sondern er erinnert sie an ihre ureigensten Werte und ihrem Glauben: …. der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.“
So richtig ich seinen Rat finde, so schwer ist er manchmal zu befolgen. Manchmal helfen da Glaubenserfahrungen anderer:
Am Heiligen Abend erinnern wir uns daran, das die verachteten Hirten ein helles Licht – ja sogar himmlische Wesen erleben können;
wir feiern, dass neugierige, weltoffene Menschen einem hellen Stern folgten, um zu dem geführt zu werden, der Menschen in Frieden und Liebe verwandeln kann – zu Jesus;
wir feiern, dass  Gott sich nicht zu schade ist, sich klein zu machen wie ein Kind
und wir feiern, dass Gott  in Menschen in unsere Welt kommt, die nichts Besonderes vorzuweisen haben: in einer jungen Frau Maria mit  ihrem Verlobten Zimmermann namens Josef in einem Stall in einer Krippe.


Ja – manchmal helfen diese Erfahrungen anderer Menschen, die uns zeigen: Nein, es ist nicht alles dunkel. In jeder Dunkelheit will der barmherzige Gott dir ein Licht zeigen. Schau genau hin. Dann erkennst du auch den Unterschied zwischen falschen Göttern und Heilsbringern und dem lebendigen Gott, der die Liebe für alle Menschen ist. Doch reicht das? Nicht immer helfen die Glaubenserfahrungen anderer. Es ist ja wirklich nicht so einfach, nach guten Erfahrungen mit Gott zu suchen, wenn man selbst gerade schwarz sieht. Also: Suche selbst Wege in deinem Leben, auf denen Gott Wegweiser und zuverlässiger Begleiter war.
Ich bin sicher, es sind welche zu finden.

Eine gesegnete, helle Advents-und Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr!