Die Mitte entsteht …

„Das Kinderkirch-Team lädt alle Kinder ab vier Jahren ein zum Kindergottesdienst. . .“ So ist es auch in dieser „Wegweiser“-Ausgabe auf Seite 5 zu lesen. Kindergottesdienst? Was passiert da eigentlich? Muss  ich da was bezahlen? Muss mein Kind getauft sein, um daran teilzunehmen? Das aktuell fünfköpfige Kinderkirch-Team findet: Es ist Zeit, diese und noch ein paar andere Fragen zu beantworten.

 

… und ist fertig.

„Das Kinderkirch-Team lädt ein“, heißt es oft. Wer verbirgt sich dahinter?
Aktuell sind wir zu fünft: Elisa Buhrmester (14), Astrid Holtz (57), Dörthe Meyer (55), Lena Uffenbrink (23) und Michael Steinmeyer (59). Elisa ist im vergangenen Jahr nach ihrer Konfirmation zu uns gestoßen. Sie ist aber auch schon viele Jahre als Kind dabei gewesen und hat uns bereits während ihrer Konfizeit sehr unterstützt – sie bringt also schon Erfahrungen mit. Lena arbeitet ebenfalls seit ihrer Konfirmation bei uns mit – besonders freuen wir uns, dass sie uns auch nach ihrem Umzug nach Diepholz treu geblieben ist. Astrid ist seit der Geburt ihrer jüngsten Tochter (1997) dabei, Dörthe noch ein paar Jahre länger (als „Wiedereinsteigerin“, nachdem sie schon als Jugendliche mitgearbeitet hatte). Michael vertritt im Team das Pfarramt und bringt das theologische Fachwissen ein.

Erwachsene und Jugendliche, Haupt- und Ehrenamtliche in einem Team – wie funktioniert das?
Ein bisschen sind wir stolz darauf, eines von wenigen Teams zu sein, in denen das Miteinander von erwachsenen und jugendlichen (oder jungen erwachsenen wie Lena) Ehrenamtlichen funktioniert (in vielen Kirchengemeinden arbeitet eine hauptamtliche Person entweder mit erwachsenen oder mit jugendlichen Ehrenamtlichen). Das ist vor allem Astrid und Dörthe zu verdanken, die den jungen Leuten viel Wertschätzung entgegenbringen. Michael als Hauptamtlicher dient vor allem als „Experte“ und spielt außerdem Gitarre. Bei den Vorbereitungstreffen ist er dabei; der Kindergottesdienst selber läuft auch ohne ihn, wenn er mal verhindert ist.

 

Vorbereitungstreffen – wie kann ich mir das vorstellen?
Da der Kindergottesdienst nur einmal im Monat stattfindet, treffen wir uns auch zum Vorbereiten nicht wöchentlich, sondern auf Verabredung. Da tauschen wir uns aus über die biblischen Geschichten, die „dran“ sind, und über das, was in unseren Arbeitshilfen zur Gestaltung vorgeschlagen wird. Daraus entsteht dann das „Programm“ für den Kindergottesdienst. Einmal im Jahr gönnen wir uns einen Fortbildungstag (im jährlichen Wechsel mit und ohne Übernachtung). Meistens unternehmen wir irgendwann auch noch was gemeinsam, machen einen Ausflug oder eine Fahrradtour.

 

Einmal im Monat ist Kindergottesdienst – wann findet der statt und wie läuft er ab?
Der Kindergottesdienst findet immer am zweiten Sonnabend im Monat statt – auf diesen Termin ist Verlass. Nur in den Sommerferien machen wir Pause. Der Kindergottesdienst beginnt um 9 Uhr. Zunächst frühstücken wir gemeinsam mit den Kindern – dafür nehmen wir uns auch Zeit. Anschließend treffen wir uns im Kreis zur Begrüßung. Alle – klein und groß – bekommen Gelegenheit zu sagen, worüber sie sich freuen und was sie belastet. Das wird dann im Gebet vor Gott gebracht. Danach erzählen wir eine biblische Geschichte und bieten dann verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten dazu an: Im Bild, mit Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten; manchmal auch einfach im Gespräch mit den Kindern. Zwischendurch werden Lieder gesungen; und oft gibt es auch noch eine kleine Getränkepause. Mit einem Schlussgebet und dem Segenskreis beenden wir um 12 Uhr den Kindergottesdienst.

 

Gibt es neben dem monatlichen Kindergottesdienst noch besondere Veranstaltungen?
Den Start nach den Sommerferien bildet meistens das Kinderbibelwochenende. Das beginnt am späten Freitagnachmittag und endet am Sonntag mit einem Gottesdienst für Jung und Alt in der Kirche. An so einem Wochenende haben wir etwas mehr Zeit, uns gemeinsam mit den Kindern einem Thema zu widmen. Was dabei herauskommt, fließt dann in den Sonntagsgottesdienst ein. Dies Wochenende ist ein Stück gemeinsames Leben auf Zeit mit den Kindern.

 

Gemeinsames Frühstück, Kinderbibelwochenende – kostet das Geld?
Für das Kinderbibelwochenende bitten wir um einen Eigenbeitrag von zehn Euro pro Kind, weil wir etwas mehr einkaufen müssen als für den monatlichen Kindergottesdienst. Auch da aber gilt: Niemand soll aus finanziellen Gründen von der Teilnahme ausgeschlossen sein. Wenn also eine Familie diesen Beitrag nicht aufbringen kann, finden wir eine andere Lösung.

Das Frühstück im monatlichen Kindergottesdienst ist für die Kinder kostenlos. Wir sammeln im Lauf des Jahres bei verschiedenen Anlässen Spenden und Kollekten für die Arbeit mit Kindern. Und wenn jemand etwas mitbringt (z. b. ein Glas selbst gekochte Marmelade), freuen wir uns.

 

Müssen Kinder getauft sein, um am Kindergottesdienst teilzunehmen?
Bei uns sind alle Kinder ab etwa vier Jahren willkommen – ganz gleich, ob sie getauft sind oder nicht; ganz gleich, welcher Konfession oder Religion sie angehören. Zeitweise waren auch schon muslimische Kinder unter unseren regelmäßigen Gästen. Bei den getauften Kindern würdigen wir den Tauftag mit einem Wunschlied und einem kleinen Geschenk; bei den nicht getauften ist es dann eben der Geburtstag. Wir erzählen Geschichten aus beiden Teilen der Bibel, dem Ersten und dem Neuen Testament, und teilen mit den Kindern, was uns am christlichen Glauben wichtig ist. Wir laden ein zum gemeinsamen Gebet; aber wir drängen die Kinder nicht. Bei aller Offenheit erwarten wir aber, dass Eltern und Kinder akzeptieren: Hier wird ein christlicher Gottesdienst gefeiert.

 

Kommt es vor, dass Kinder wieder nach Hause geschickt werden müssen?
Bisher haben wir das nur getan, wenn Kinder das selber wollten – etwa wenn ein Kind sich verletzt oder „Heimweh“ hat. Wer nicht sicher ist, ob das Kind allein bei uns bleiben kann und mag, darf auch gern zum Frühstück bleiben (oder auch darüber hinaus). Aus so genannten „disziplinarischen“ Gründen haben wir noch kein Kind nach Hause geschickt. Wir achten darauf, dass die Kinder sich an die Regeln halten und gut miteinander umgehen; uns liegt aber umgekehrt auch sehr viel daran, jedem Kind mit Achtung und Zuwendung zu begegnen – sie sind schließlich alle Gottes Geschöpfe und Kinder. Zu manchen Kindern entsteht über die Jahre ein enges Vertrauensverhältnis. Darum sollen die Kinder sich darauf verlassen können: Was sie uns anvertrauen, ist bei uns gut aufgehoben.

 

Fünf Personen – ist das die optimale Größe für das Team?
Es dürfen ruhig noch mehr werden – vielleicht tut sich ja nach der diesjährigen Konfirmation wieder etwas. Aber wie gesagt: Wir sind offen für Menschen aus allen Generationen – und Michael fühlt sich im Kreis der „Mädels“ sehr wohl, hätte aber auch nichts dagegen, wenn er nicht der einzige Mann im Team bliebe.