Manuel Ansperger

Sonntagmorgen. Es ist 10 Uhr und ich sitze in einer Kirche. Es sind etwa 40 Menschen hier, doch ich bin der einzige meiner Generation. Einige Menschen sitzen auf ihren gewohnten Plätzen, die Konfis haben sich nach hinten in die letzte Reihe verzogen. Auch ein gewohnter Platz. Und sonst? Kein weiterer Jugendlicher ist da. – Ein Bild, was ich sehr oft erlebe. Und ich frage mich: Warum sind so wenig Jugendliche im Gottesdienst? Sind die Gottesdienste uninteressant oder gar ausgestorben für Jugendliche?  Oder woran liegt es?

Zu meiner Person: Ich bin Manuel Ansperger, 26 Jahre jung, verheiratet und lebe in Ströhen. Mein Beruf und meine Berufung ist das Diakonen-Da-Sein.  Menschen, besonders der jüngeren Generationen, den Glauben im Alltag vermitteln ist meine Aufgabe. Der Schwerpunkt liegt für die nächsten fünf Jahre bei Jugendgottesdiensten mit dem Projekt ‚startUp‘ aus dem Kirchenkreisjugenddienst. Es bedeutet, dass ich in eine für mich (fast) unbekannte Lebenswelt eintauche, bei Jugendlichen wieder auftauche und dort, in ihrer Lebenswelt, zusammen mit einem Team aus Ehrenamtlichen Jugendgottesdienste gestalte. Ich suche den Kontakt zu Vereinen, zu Schulen und zu sonstigen Aufenthaltsorten von Jugendlichen, um mit ihnen gemeinsam fragend über die Glaubensfragen ins Gespräch komme. „Woran und warum glaubst du? … Wie meinst du das? … Was meinst du zum Glauben?“ sind meine Fragen an die Jugendlichen.

Lebenswelt der Jugendlichen. Klar ist, dass Kirche als Gebäude und der damit verbundene sonntägliche Gottesdienst nicht in die Lebenswelt der Jugendlichen passt. Jugendliche sind lebendig, frisch und verrückt wie das Evangelium selbst. Sie verstehen (noch) nicht die wohltuende Tradition der Kirche mit ihren Gesängen, Gedichten und Texten. Jugendliche WOLLEN aus Traditionen ausbrechen und ihre „eigenen“ Gottesdienste schaffen. Dafür bin ich in der Kirche angestellt und freue auf diese verrückte Aufgabe.