• Musik zum Eingang
  • Gruß und Votum:

„Freuet Euch!“ – Der Sonntag „Lätare“ bricht in diesem Jahr in eine Zeit, die von besonderen Sorgen geprägt ist, in eine Situation, die so bisher noch nie da gewesen ist – Hamsterkäufe, Ausgangssperren, Versammlungsverbote und der eine oder die andere fragt sich: „Was kommt als Nächstes?“

„Freuet Euch!“ – Die Einladung steht. Die Botschaft: Mühsal und Traurigkeit behalten nicht das letzte Wort. Darum lasst uns Gott loben und ihm singen, gerade auch, wenn die Umstände es nicht so hergeben, sich zu freuen und fröhlich zu sein. Wir sind nicht allein. An vielen Orten singen Menschen und beten zu Gott, der als der Lebendige mitten uns ist. Und:

So feiern wir Gottesdienst: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

  • Lied: Er weckt mich alle Morgen (EG 452,1-2;5)
  • Psalm 84 (EG 734)
  • Eingangsliturgie:

Ehr‘ sei dem Vater (EG 177.1)

Kyrie (EG 178.2)

Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr‘ (EG 179,1) -> entfällt in der Passionszeit!

  • Kollektengebet:

Ja, Gott, du bist da; da und willst uns Kraft und Stärke sein. Du wärmst unsere Herzen. Du schenkst Zuversicht. Dafür danken wir dir und bitten dich: Nimm uns unsere Ängste und hülle sie in Segen. Werde unseren gelähmten Sinnen zum Quellgrund, auf dass wir Aufatmen können, uns selbst nicht so wichtig nehmen und der Welt einen Grund geben, zu hoffen. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Amen.

  • Evangeliumslesung ohne Rahmenverse: Joh. 12,20-24
  • Glaubensbekenntnis (EG 06.1)
  • Lied: Korn das in die Erde (EG 98,1-3)
  • Predigt zu Jes. 66,10-14:

Freuet Euch – doch wohin mit all dem Mist? Wohin mit der Trauer darüber, dass Feiern nicht stattfinden können oder auch der Unsicherheit darüber, nicht zu wissen, ob all die Maßnahmen wirklich in der Lage sind Schlimmeres zu verhindern. Erlaube ich meinen Kindern noch auf den Spielplatz zu gehen oder beschränke ich mich auf die Eckpfeiler meines eigenen Grundstücks? Freuet Euch – eine unpassende Aufforderung oder die nötige Irritation, die unser Land, unsere Region, unser Ort gerade jetzt braucht?

Freuet euch, denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten des Trostes; nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an dem Reichtum der Mutterbrust. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Kindern sollen auf dem Arm getragen werden, und auf den Knien soll mensch sie liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet, spricht Gott, der Herr.

Die Rede ist von Trost und von Zuversicht und welches Bild mag hier ausdrucksstärker sein als das Bild einer Mutter, die ihren Säugling stillt? Als stillende Mutter weiß ich sehr wohl, dass das Kind zu stillen nicht immer der Romantik des Bildes entspricht, aber nicht desto trotz vermag die Mutterbrust dem Kind eine Verborgenheit zu vermitteln, die sonst nur schwer herzustellen sind. Die Arme des Vaters sind einfach die Stärksten auf der Suche nach Halt. Und selbst Tochter einer Mutter weiß ich, im besten Fall hält das Gefühl der besonderen Geborgenheit an über das Säuglings- und Kindesalter hinaus.

Gott sagt: Ich möchte euch trösten wie einen seine Mutter tröstet. Nahe, ansprechbar in allen Lagen des Lebens – ausnahmslos, herzen und segnen und möge die Situation noch so undurchsichtig sein. Meine Liebe strömt für euch, für dich und nimmt kein Ende. Ich bin, der ich bin da. Dir so nahe, wie einem ansonsten nur die eigene Mutter und der eigene Vater sein können. Manchmal bin ich dir vielleicht auch so fremd wie einem nur die eigenen Eltern sein können, aber ich hoffe, du nimmst meine Hand und lässt dich tragen, leiten, führen, denn ich will dich trösten, wie einen ansonsten nur die eigene Mutter zu trösten vermag, du, mein geliebtes Kind!

Freuet Euch – inmitten von all dem Mist. Freuet euch und seid fröhlich, denn die Trauer und alle Unsicherheit haben nicht das letzte Wort. Sie mögen jetzt die Situation bestimmen, aber auch in ihr sind wir gehalten und getragen von dem, der unser Leben ist.

Freut euch und seid fröhlich, die ihr euch an Gott halten dürft, denn er ist die Liebe und das Leben und sein ist auch unsere Zukunft.

Amen

  • Lied zur Predigt: In dir ist Freude (EG 398,1-2)
  • Mitteilungen aus dem Gemeindeleben:

Leider dürfen zurzeit keine Veranstaltungen stattfinden, aber es gibt mehrere Ideen ein Zeichen der Hoffnung in einer etwas stimmungstrüben Zeit zu setzen. So laden wir Sie und Euch ein, ein Licht, eine Kerze in ihr Fenster zu stellen – nicht nur zur Gottesdienstzeit – als Zeichen dafür, dass in diesem Haus die Hoffnung wohnt. Ebenfalls laden wir Sie und Euch ein, dem Aufruf des Landesbischofs der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland Heinrich Bedford-Strohm zu folgen und sich abends um 19 Uhr an das offene Fenster, auf den Balkon oder in den Garten zu stellen und eine Strophe des Liedes „Der Mond ist aufgegangen“ (EG 482) zu singen, denn singen tut zum einen mir selbst gut und macht mir Mut und zum anderen singt vielleicht der Nachbar/die Nachbarin am nächsten Abend aus seinem Garten heraus mit und so schafft der Klang der Stimmen eine Gemeinschaft, die es vermag die Distanz zu überwinden.

  • Lied: Komm, Herr, segne uns (EG 170,1-4)
  • Fürbittengebet:

Lass uns für- und miteinander beten. Auf eine jede Fürbitte lade ich Sie und Euch ein mit einzustimmen in den Ruf: „Kyrie eleison! Herr, erbarme dich!“

Lebendiger Gott, dein ist alles, was lebt, dessen dürfen wir gewiss sein. Dafür danken wir dir und bitten dich für alle, die entmutigt sind und die nächsten Wochen fürchten. Sei du ihnen nahe, der Sonnenstrahl, der ihre Nase kitzelt.

Wir rufen zu dir: „Kyrie eleison! Herr, erbarme dich!“

 

Gott des Trostes, du hälst uns in allen Lebenslagen, dessen dürfen wir gewiss sein. Dafür danken wir dir und bitten dich für alle, denen der Boden unter den Füßen wankt, die sich eingeengt fühlen. Sei du ihnen nahe, der Duft des Frühlings, der die Sinne anregt.

Wir rufen zu dir: „Kyrie eleison! Herr, erbarme dich!“

 

Segnender Gott, du bist mit uns und sendest uns als deine Zeuginnen und Zeugen, darauf dürfen wir bauen. Dafür danken wir dir und bitten dich für alle, die sich nicht unterkriegen lassen wollen und für alle die, die Zuversicht hochhalten. Sei du ihnen nahe, das Kribbeln in den Beinen, das losgehen lässt.

Wir rufen zu dir: „Kyrie eleison! Herr, erbarme dich!“

In der Stille bringen wir vor dich, was uns ansonsten noch durch Kopf, Herz und Sinne geht:
Wir rufen zu dir: „Kyrie eleison! Herr, erbarme dich!“

Und vereint mit allen Christinnen und Christen im Ort, im Land und auf der ganzen Welt beten wir mit den Worten weiter, die Jesus Christus uns gelehrt hat zu beten:

  • Vater Unser (EG 011)
  • Segen:

Und so geht in diesen Sonn(en)tag und in die kommende Woche unter dem Segen des Herrn:

Der Herr segne dich und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und

schenke dir seinen Frieden.

Amen.

  • Musik zum Ausgang