„Ihr habt jetzt einen Mann als Leiter?“ Großes Erstaunen löste die Einstellung des neuen Leiters der Kindertagesstätte aus. Männer sind im Kindergartenbereich tatsächlich in der Minderheit. Doch sie sind ebenso wichtig als pädagogische Fachkräfte für die Kinder wie Frauen. Wir freuen uns jedenfalls diese Leitungsstelle wieder so gut besetzen zu können.

Wegweiser: Herzlich willkommen Herr Tomas Gickel! Was sind Ihre ersten Eindrücke von unserer KiTa in Wagenfeld?
Gickel: Meine ersten Eindrücke sind durchweg positiv. Ich freue mich in solch einer schönen und modernen Kita die Kinder, Eltern und Mitarbeiter begleiten zu dürfen. Es ist eine helle und freundliche Atmosphäre im Haus und das strahlen die Kollegen und Kinder auch aus. Dazu kommt der für Kinder gut durchdachte Spielplatz hinzu. Auch die entspannte Parkplatzsituation für die Eltern ist Klasse, solch eine hervorragende Möglichkeit zum Parken habe ich noch an keiner Kita gesehen.

Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben? Was haben Sie vorher gemacht?
Ich habe vorher als Kindergartenleiter in einem fünf-gruppigen Kindergarten gearbeitet, leider ohne Integration. Es war mir ein wichtiges Anliegen, mich wieder aktiv in die Inklusionsarbeit als Heilpädagoge einbringen zu können. Das wird mir hier in der Kita Pusteblume ermöglicht. Ferner finde ich den konzeptionellen Gedanken der „Offenen Arbeit“ gut, weil dadurch die Kinder von klein auf Demokratie und Verantwortung für sich und andere lernen.

Was ist Ihnen in der Arbeit besonders wichtig?
Ich versuche immer das Positive in jedem Menschen zu sehen, denn jeder hat seine Geschichte. Niemand ist perfekt, doch perfekt wäre es, wenn jeder so akzeptiert wird, wie er ist.

Worüber können Sie sich ärgern? Und was macht Ihnen große Freude?
„Ärgere dich nicht“ ist leichter gesagt als getan. Sich über etwas ärgern geht manchmal schneller als sich über etwas zu freuen oder auch für etwas dankbar zu sein. Daher ist meine Devise: Vertrauen und Gutes tun, das heißt, ich lasse den Ärger nicht weiter Patz in meinem Leben einnehmen, sondern ich setze etwas anderes an die Stelle des Ärgerns. Damit meine ich nicht, dass auch Dinge geklärt oder ausgesprochen werden müssen.

Sie müssen gerne Auto fahren, wenn Sie Tag hierher kommen. Macht Ihnen die Entfernung nichts aus? Was sagt Ihre Familie zu Ihrer neuen Stelle? – und: welche Hobbys haben Sie?
Wenn Ma(n) eine Aufgabe mit Spaß und Freude macht und gerne kommt sind Entfernungen nicht so wichtig und die Fahrtzeit beträgt auch nur 40 min. Da kann ich mich schon gut auf die Arbeit während der Autofahrt einstellen.  Meine Hobbys sind Karate, meine bzw. unsere Tiere zu Hause und Kochen, da ich gutes Essen liebe.
 Sie sind nun in einer kirchlichen Kindertagesstätte beschäftigt – was bedeutet Ihnen der christliche Glaube?
Christ sein heißt frei sein, großzügig sein und voller Hoffnung. Christen sind Brückenbauer und keine Brückenwächter. Die zentrale Botschaft des neuen Testaments heißt:“ Fürchtet Euch nicht.“, und deshalb glaube ich fest daran, dass das Beste noch kommt. Christ sein heißt auch, manchmal fünfe gerade sein zu lassen. Ein interessanter Christ ist Franziskus, schade, dass er kein Protestant ist.
Wenn eine gute Fee zu ihnen käme und Ihnen drei Wünsche erfüllen würde – was würden Sie sich wünschen?
Die gute Fee war schon bei mir, ich habe ein gesundes Kind, führe ein zufriedenes Leben und habe eine Arbeit die mich jeden Tag mit interessanten Menschen zusammen bringt.

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