Während ich über diese Andacht nachdenke, höre ich in meinem Kopf noch immer die Lieder aus dem Luther-Oratorium. „Wir sind Gottes Kinder, wo auch immer; keiner ist allein; und sind wir auch Sünder, es muss niemand ohne Hoffnung sein,….“ Es war ein so eindrückliches und wunderbares Erlebnis in Berlin mit 4000 anderen Sängern und Sängerinnen dabei zu sein. Das wirkt nach. So schön und ergreifend kann christliche Gemeinschaft sein – so kreativ und lebendig! 3850 Menschen gehören zur evangelischen Kirchengemeinde in Wagenfeld und ca 1600 zu Ströhen – wie wäre es, wenn einmal alle gemeinsam Gottesdienst feiern – oder zumindest gemeinsam singen würden? Gänsehautgefühl! Vielleicht gelingt es ja etwas beim Projekt: „Wagenfeld singt“. (Anmeldungen bei Michael Kliche). Wie gut das Singen und Musizieren ist, wusste auch Martin Luther: „Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich“. Doch ob die Menschen durch das Singen wirklich froh werden, hängt davon ab, was sie singen: Eine „La Ola Welle“ im Stadion macht Spaß und stiftet Gemeinschaft – ein Hassgesang auf die gegnerische Mannschaft führt zu Gewalt und Schlägereien. „Wir sind Gottes Kinder, ….lasst uns mutig und wahrhaftig sein, …“
Es ist nicht immer leicht, gegen Hass und Gewalt anzusingen – viel zu oft regiert die Angst, zu kurz zu kommen oder die Lust an der Macht über andere. Als Gottes Kinder brauchen wir dringend Mut und Wahrhaftigkeit um für ein gutes Miteinander einzustehen.
Bald feiern wir wieder Weihnachten, backen Plätzchen, schmücken die Häuser, denken an Geschenke und – wir singen! Wir singen Lieder, weil Gott sich nicht zu schade war, als Kind zu uns zu kommen. Wir singen Lieder, weil wir Besuch bekommen:
„Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. (Lk 1,78-79; Monatsspruch Dezember 2017)
Gott kommt selber zu Besuch. Gott will unser Leben hell und friedlich machen. Er sieht unser Versagen, unsere Schuld und unser Leid – er sieht es – und will es verwandeln. Seine Liebe ist größer als unser Wollen – sie ist „herzliche Barmherzigkeit“ – „Doppelherz“ sozusagen. Wie gehen wir damit um? Zucken wir nur die Schulter und denken: „Ach ja, alle Jahre wieder…“ Oder berührt dich diese Liebe? Stiftet sie dich an, selbst barmherzig zu sein,
auf Jesus Christus zu schauen und sich zu freuen, als Gottes Kind leben zu dürfen?

Skulptur aus dem Bibelgarten im Winter

Es kommt vor an manchen Tagen, dass wir fragen: Wie geht es nur weiter?
Dann hilft es auf Gott zu bauen, voll Vertrauen,
was auch sei:
Refrain: Wir sind Gottes Kinder, wo auch immer. Keiner ist allein.
Und sind wir auch Sünder,
es muss niemand ohne Hoffnung sein!

Der „verlorene Sohn“ kehrt um und wird vom Vater liebevoll aufgenommen. Wie gut, dass wir Gottes Kinder sein dürfen – mutig und wahrhaftig!

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr wünscht

Ihre / Eure
Edith Steinmeyer

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