Abschiedsgruß

Wagenfeld, das Dorf mit der langen Hauptstraße und mit der etwas verdeckt liegenden Kirche, die ich erst nach einiger Zeit entdeckt habe – und dabei ist sie größer als die Ströher Kirche!

Ein großer Chorraum, wie gemacht für den Auftritt von Chören und Musikgruppen. Einige Male waren wir dort ja auch zu hören mit den Gitarren, mit Churchhouse und den Ströher Stimmen, mit den Chören beim musikalischen Gottesdienst. Bei den Vorstellungs-Musicals der Konfis wird der Raum voll ausgeschöpft, und das gehört zu den beeindruckenden Projekten meiner sehr geschätzten Nachbarn und Kollegen, Edith und Michael Steinmeyer, an denen ich teilnehmen konnte, ebenso wie die Konfi-Freizeiten mit dem großen Teamer-Team und die Kirchenvorstands-Klausurtagungen. – In den zwölf Jahren, die ich hier in Wagenfeld ein bisschen mitgemacht habe, ist die Zusammenarbeit der beiden Kirchengemeinden stark gewachsen. Der erste gemeindeübergreifende Arbeitskreis, ebenfalls von Edith und Michael initiiert, war wohl das Tafel-Team im Laden, und auch den Posaunenchor tragen wir seit Jahren gemeinsam. Aus ihm kommen jetzt die Ströher Impulse zur gemeinsamen Hilfe für Flüchtlinge – nicht verpassen: Zu Ostern die Aufführung des Musicals in der Ströher ATT-Halle!

Das tatsächliche praktische und pragmatische Zusammenwachsen von Kirchengemeinden gehört zu den intensiven Lernerfahrungen, die ich hier machen konnte – aus der organischen Einheit einer Dorfgemeinde heraus Brücken in die ebenfalls relativ abgeschlossene und sich zuvor weitgehend selbst genügende relative Einheit der anderen Gemeinde hinein bauen.

Geholfen haben mir dabei die vielen Kontakte mit den Tauf- und Hochzeits- und Trauerfamilien, die Geburtstags- und Jubiläumsgespräche, auch die Besuche in den Altenpflegeheimen, in denen sich Mitglieder beider Gemeinden versammeln. Auch die politische Ebene, auf der die Bürgermeister Wilhelm Falldorf und jetzt Matthias Kreye mit den Rats- und Rathausleuten den Rahmen und die Impulse zum Zusammenwachsen setzten und setzen, hilft sehr, dass die Kirchengemeinden das menschlich-geistliche Miteinander verstärken. Das wird auch in Zukunft ein wichtiger Prozess sein, zu dem ich den jetzigen und künftigen Kirchenvorsteher*innen weiterhin viel Umsicht, Einsicht und Freude wünsche!
Für mich geht es jetzt in einen deutlich anderen Arbeitsbereich, in dem ich den Einsatz für unser freiheitliches und friedliches Gemeinwesen unterstützen möchte. In unserem Grundgesetz sind wesentliche christliche Werte verkörpert, und wer in Polizei, Zoll oder Verfassungsschutz nach innen oder als Soldat*in nach außen für diese Werte steht, verdient die seelsorgerliche Unterstützung unserer Kirche. Ich bin gespannt auf meine Dienststelle in Rheinland-Pfalz und werde dort gewiss wehmütig meine Erinnerungen an die Gemeindearbeit in der Diepholzer Moorniederung pflegen. – Danke für die Zusammenarbeit und die Gemeinsamkeit!

Herzlich, Ihr und Euer Dirk Brandt

. . . und Dank

Wir unsererseits sagen Dir, lieber Dirk, „Danke“ für die unkomplizierte und verlässliche Zusammenarbeit – gerade dann, wenn wir auf Vertretung angewiesen waren; für musikalische Ideen und ihre Umsetzung – schade, dass wir darauf in Zukunft verzichten müssen; für so manchen trockenen und humorvoll-treffenden Kommentar „zur Lage“. Deine sowohl sprachlich kunstvoll gestalteten Formulierungen als auch dein kurzes „cool“ werden wir nicht vergessen. Du hast vielen Menschen überzeugend die befreiende und Halt gebende Kraft des christlichen Glaubens nahegebracht. Zum Wachsen der Zusammenarbeit der beiden Kirchengemeinden Ströhen und Wagenfeld hast Du wesentlich beigetragen. Uns wirst du fehlen – deine neue Gemeinde kann sich freuen. Für Deine neue Aufgabe wünschen wir Dir Gottes Segen – und dass sie Dir Freude bereiten möge.
Edith und Michael Steinmeyer sowie Kirchenvosteher*innen
und Mitarbeitende der Kirchengemeinde Wagenfeld

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